Projekt:
Produktionsanlagen in Surabaya Indonesien
Raummilieustudie


Bild Ist-Situation fehlende Orientierung

Bild Ist-Analyse fehlende Orientierung/Information

Bild Ist-Analyse geringe Arbeitsleistung/Fehlinformationen

Aufgabenstellung

Im Rahmen einer gemeinsamen Besichtigung der Produktionsanlagen mit dem Auftraggeber, wurden allgemeine Defizite in den Arbeitsabläufen, Irritationen in den Arbeitszonen und Orientierungsdefizite festgestellt.

Dem Bauherrn ist es ein Anliegen, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen, eine bessere Konzentrationsfähigkeit stattfindet, Fehlproduktionen schnell erkannt werden und die Orientierung verbessert wird. Die Bodenbeläge, Decke und Einrichtung dürfen/sollten nicht verändert werden.

Änderungsmöglichkeiten bestehen derzeit nur im Bereich der Stützen, der Raumbegrenzungsflächen und in der Beleuchtung.

Ist-Situation

Die Produktionshallen sind einseitig über vertikale Fassadenöffnungen im oberen Fassadenbereich tagesbelichtet. Die Tageslichtöffnungen dienen als Bezug/Orientierung nach außen.

Die Kunstlichtbeleuchtung beinhaltet derzeit eine Grundbeleuchtung von 150lx und eine Aufhellung im Bereich der Arbeitszonen von ca. 400lx. Aufgrund der offenen Lichtquellen (Leuchtstofflampen) tritt starke Direkt- und Reflexblendung auf. Die Wände oder Stützen sind zusätzlich nicht beleuchtet. Aufgrund der weißen Lichtfarbe wirkt die Halle kalt, in den unterbelichteten Zonen etwas düster und durch die Mischung von Tages- und Kunstlicht tritt zum Teil ein Dämmerungsmilieu/Zwielicht auf.

Durch die gleichmäßige, monotone Ausleuchtung wird eine Übersicht/Orientierung und das rechtzeitige Erkennen von Fehlproduktionen, zusätzlich erschwert.


- Anforderungen/Auswahl an das Arbeitsteam

- Konzeptansätze

- Arbeitsskizzen des Künstlers

Bild 1
Erste Skizze zur Strukturfindung der Modulflächen.
Unten: eine Wandhälfte mit senkrechten und horizontalen Strukturen im grafischen Teilungsverhältnis
Oben: die beiden Wandhälften als konstituierende Elemente (als Segment, gespiegelt als ein Teil fortgesetzt-da auch das Segment auch als ein Teil des Ganzen funktionieren sollte/muss) gespiegelt.

Bild 2
ist eine perspektivische Ansicht der Halle, und bezieht sich auf die Möglichkeit, die Säulen des Mittelganges in die Gestaltung einzubinden.

Bild 3
Ein Blick auf mehrere Wandmodule. Hier wird bereits versucht, eine Richtung für die Strukturierung einer Fläche in der Addition zu finden.

Modell

Nur aufgrund der uns vorliegenden Skizzen bzw. der Raumproportionen, war eine sichere Entscheidung in Bezug auf die Richtung und die Maßstäblichkeit der weiteren Arbeitsprozesse nicht möglich, deshalb haben wir uns entschieden, ein Modell zu bauen.

Reflexion des Künstlers

Als mich Herr Dieter Bartenbach einlud, an dem Projekt mitzuarbeiten, war mein erster Zugang zunächst, zu zeichnen (an Hand von Fotos der Halle), um den hemmenden Respekt vor der Aufgabe zu überwinden und auf diese Weise den Raum zu visualisieren.

Das Projekt ist – für mich neu und spannend- als Synthese von zwei unterschiedlichen Ausgangspositionen angelegt: der des Lichtberaters (auf der Grundlage der optischen Wahrnehmung) und der des Gestalters von Flächen mit den Mitteln der Malerei.

In regelmäßigen Gesprächen kristallisierte sich ein Konzept heraus, das der Gestaltung eine Richtung gab:

Die Wände (um diese muss es ja für meinen gestalterischen Ansatz in erster Linie gehen) sollen einen Verlauf des Lichtes und der Farbe erhalten; dies ist ein Gedanke, der der Lichtplanung entstammt, aber genauso das Bildnerische angeht.

Die gewünschte Wirkung der Gestaltung soll eine ruhige, zurückhaltende sein - keinesfalls in Konkurrenz zu der technischen Ausstattung treten, vielmehr, von der Raumstruktur ausgehend, eine Beziehung zwischen der Halle und den sich darin aufhaltenden Menschen herstellen. Im Verlauf der eingehenden Beschäftigung mit dem Projekt wurde die Notwendigkeit eines Raummodelles immer deutlicher. Anhand von diesem versuchte ich, in einer sehr konzentrierten Arbeitsphase – die Modellwände als miniatürliche Malflächen nutzend- eine Lösung zu erarbeiten, die dem Anspruch gestalterischen Reichtums genügt, zugleich aber auch das im Vorfeld gedanklich Erarbeitete umsetzt. Der Rhythmus der Flächen wird felderübergreifend eingesetzt, belässt jedoch den Einzelfeldern auch eine bestimmte Eigenwertigkeit.

Beurteilungskriterien Modellvarianten- Entscheidung Interpretation der Ergebnisse

Es wurden folgende Varianten gegenübergestellt:

Variante 1
Ist-Situation weiße Wandflächen

Variante 2
Helligkeitsfarbverlauf der Raumbegrenzungsflächen über die gesamte Hallenlänge Roh 0,4 und zum Zentrum der Halle im Verlauf Roh 0,7-0,8.

Variante 3
Helligkeitsfarbverlauf der Raumbegrenzungsflächen über die gesamte Hallenlänge Roh 0,4 und zum Zentrum der Halle im Verlauf Roh 0,7-0,8 mit Strukturen. Stützen Innenseite im Mittelbereich/Knoten bemalt.



Wandansicht ohne Struktur


Wandansicht mit Struktur



Wandansicht mit Struktur

Weiteres Vorgehen

Die Ergebnisse werden in Form des Modelles und der Fotos dem Bauherrn präsentiert. Die Projektumsetzung der Wandflächen stellen wir uns so vor, dass der Künstler in Form von Wandabwicklungen die Einzelstrukturflächen vermasst und z. B. den Flächen Farbcodierungen zuordnet, so dass Maler diese Flächen in Indonesien reproduzieren können.

Dieter Bartenbach